Der Filmblick

von Jens Schlüter

Erlebnisbericht vom TalentRun-Stammtisch „Münster“ am 11.10.2008

Am 11.10.2008 fand erstmalig der TalentRun Stammtisch nicht in Düsseldorf, sondern in Münster (Westf.) statt. Dort trafen sich lustige TalentRunner zum gemeinsamen Singen in der Karaokebar Piano. Alle waren zum ersten Mal in dieser Lokalität und gespannt der Dinge, die uns dort erwarteten!

Dieser kleine Bericht soll noch einmal ganz subjektiv meine Eindrücke dieses Abends, der auf seine ganz eigene Weise lustig, interessant und abenteuerlich war, wiedergeben. Er stellt keine Ansprüche auf Vollständigkeit!

18 Uhr – Paderborn:

Es wird Zeit sich auf den Weg zu machen. Ich will ja das Spreikylein nicht warten lassen (HA! Wenn ich wüsste! ^^)…

18 Uhr 21 – Paderborn:

Gerade noch rechtzeitig die Bahn erwischt. Eine sehr nervös wirkende ältere Dame sitzt mir gegenüber. Oben in der Anzeige leuchtet fett der Zielhafen dieses Zuges: „Münster”. Kurz nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hat und ich meine Stimmung mit einer Dosis „Cyanide” etwas anheize, beginnt die Dame mir gegenüber noch hektischer zu gestikulieren. Ich nehme mal meine Ohrstöppsel raus… Ich glaube die will mir was mitteilen! „Der Zug fährt doch nicht nach Münster???”, schallt es mir entgegen. Nee, is‘ klar! Der Zugführer wollte sich sicher nur mal einen Scherz mit dir erlauben und hat deshalb die Anzeige manipuliert. „Doch!”, antworte ich ihr. Panische Bewegungen und ein lustiges Gesicht später fragen mehrere Personen wo sie denn hin möchte. „Ich will nach Hamm.”, sagt sie und zu ihrer Beruhigung antworten ihre Banknachbarn, dass der Zug dort einen Zwischenstopp einlegen wird. „Jetzt habe ich aber grad einen Schrecken bekommen. Gott sei Dank!” Hmm, hätte keiner bemerkt, wenn du das jetzt nicht gesagt hättest.
Ab dann bemüht sie sich im Small-Talk mit den Banknachbarn, ich höre noch was von schönem Wetter, als ich die Lautstärke meines mp3-Players nach oben drehe. Die Unruhe der Frau macht mich allerdings auch etwas nervös. Ständig steht sie auf, dreht sich um und schaut… Als sie aussteigt, sagt sie noch: „Beim nächsten Mal geht’s sicher besser!”… *gg* Na denn.

19 Uhr 50 – Münster Hauptbahnhof:

Schau an, schau an, ich bin da! Hurra!
Total nervös wie immer, wenn ich weiß, dass ich da gleich ganz neue Leute kennen lernen werde und auch noch singen muss. Nun gut, erst einmal muss ich noch den Weg zum Piano finden. Spreiky war ja die ganze Zeit auf Shopping-Tour und sitzt bestimmt schon dort und langweilt sich. Also schnell den, zum Teil, selbsterstellten Stadtplan mit der Wegbeschreibung ausgepackt und auf den Weg gemacht. Ein bisschen gucken muss ich schon, aber nach etwa 20 Minuten stehe ich davor.

20 Uhr 10 – Münster Piano:

„Sieht genau aus wie auf dem Foto.”, denke ich. Also Tür auf und rein. Hmm, ist ja leer der Laden. Hinter der Theke zwei Damen. „Fragste die mal, denke ich mir.” Ich also hin und gefragt: „Hallo, ich wollte mir hier mit den Leuten vom TalentRun-Stammtisch treffen. Da sollten Tische reserviert sein.” Die beiden gucken mich an, als käme ich von einem anderen Stern.
„Watt für’n Ding?!” – „TalentRun!” – „Da oben sitzen welche.” Ich blicke in Richtung des Aufgangs zur oberen Etage. „Ok, ich schau mal.” Treppe hinauf geschritten. So im Stillen denke ich mir, dass ich da bestimmt niemanden erkennen werde. Und Überraschung – Ich kenne kein Schwein von denen, nicht einmal im Entferntesten. Treppe hinab gestolpert. Zur Wirtin: „Nabend, kennt ihr mich noch? Die kenne ich nicht.” „Hier vorne sind Tische für 15 Leute um 20 Uhr reserviert, aber für wen, das weiß ich auch nicht.”, sagt die gute Frau zu mir. „Alles klar! Ich setz‘ mich mal, das wird wohl unsere Reservierung sein.”

Tja, und dann sitze ich da… „Ob ich wohl falsch bin?”

10 Minuten… „War das Ganze nur der Wir-legen-Ejup-rein-Contest?”

20 Minuten… „Boah, ich glaube es kommt keiner! Ich hau gleich ab! Ach nee, da kommen welche… Scheiße, kenne ich nich‘!”

30 Minuten… Die Tür öffnet sich. Zwei fesche Mädels betreten die Lokalität. „Die kennste aber!” – Loki und Freundin Lisa! Endlich bin ich nicht mehr alleine den bösen Blicken des Thekenpersonals ausgesetzt.

Ja, und dann so nach und nach kamen doch noch Leute, die man aus’m Fernsehen kennt: majema und Kabelquäler!
Und zum Schluss, irgendwann nach 21 Uhr glaube ich, kamen dann Pepper, Madame Tabata, Kiki und, isses die Möglichkeit (?!), Spreiky!
Aber die kamen nicht von rechts… Die kamen von links… Ich bin von rechts gekommen, ohne mich zu verlaufen, direkt vom Bahnhof. Laut Spreiky haben die erst noch eine ganz tolle Stadtbesichtigung gemacht! Ganz klasse… Da hättet ihr mich auch mal mitnehmen können! ^^

Herrlich, es ging jedenfalls gut los!
Keiner wollte singen.

Ok, ich dann halt „The Hindu Times” von Oasis. „Kommsse anne Theke, sachsse mia CD und Titelnumma un‘ isch gebe disch Mikro, weiße!” Ich also hin: „CD 7, Lied 4!” Fragt die mich: „Wie heißt das Lied?”
Aber dann, Playback geht los!
…also wahrscheinlich… jedenfalls hört man so ganz leise irgendwas und meine Stimme ist so laut („God gave me a soul in your rock ‚n‘ roll, babe!”), dass es einer a capella Version gleichkommt. Fürchterbar! Grauselig!

„Kann man die Musik nicht lauter machen?”, frage ich die in Sachen Moderation und Animation perfekt ausgebildete (Ob die sich auch erst als Praktikantin empfehlen musste?) Wirtin. „Nee, das geht nicht.”, ist ihre lapidare Antwort. „Aber ich höre ja nur mich, ich bin so laut.” „Na, so soll das doch auch sein. Ist doch Karaoke!”

Ok, nach mir wollte irgendwie niemand mehr. Spreiky konnte nicht, weil sie kein einziges Lied kannte, die anderen waren mit der Gesamtsituation unzufrieden. Und dazu kam noch, dass wir die ganze Zeit beäugt wurden:
Nicht nur, dass das Thekenpersonal den Eindruck machte, als seien wir eigentlich komplett unerwünscht in dem Laden, sondern auch dass die Blicke einiger Gäste schon mehr als obszön erschienen. Selbst winken und freundlich lächeln verschaffte keine Abhilfe.

Ja, und dann kam’s ganz Dicke:
Der Laden wurde voll! Und die Kundschaft voller! Aber es wurden endlich Lieder zum Besten gegeben: „Griechischer Wein”, „Er gehört zu mir” und so fiese Lieder. Allerdings wurden die nicht gesungen, sondern von der versammelten Mannschaft auf‘s Derbste mitgegröhlt. Wie Spreiky so treffend bemerkte: „Es geht eigentlich nur darum, dass jemand Lieder aus dem Katalog auswählt und die Nummern ansagt. Derjenige nimmt das Mikro in die Hand und ob man ihn hört oder nicht, ist überhaupt nicht wichtig!” Die Wirtin hat das Mikro immer dann runter gedreht, wenn die Masse besonders laut gegröhlt hat. Darum ging es in dem Laden.

Richtig leid getan hat mir allerdings Madame Tabata. Nach dem Motto: „Die kann ja singen! Das ist ja scheiße!”, verbündete sich der Mob in Windeseile zu einer hetzenden Meute, die versuchte, den längeren Atem zu beweisen und kräftig schief dazwischen schrie. Vor allen Dingen diese komischen Weiber… Das war schon ziemlich gemein!
Da hatte ich mit meiner Nummer von Robbie schon etwas mehr Glück, denn das Lied konnte ich auch nicht singen und so fiel ich gar nicht so sehr aus dem Raster. *gg*

Irgendwann im Laufe des Abends verabschiedeten sich leider Loki und Lisa (Die mir noch einen kleinen Glücksbringer schenkte, für den ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz doll bedanke! Das fand ich echt süß von dir.), Pepper, Madame Tabata und Kiki. Übrig blieb nur noch der harte Kern (Spreiky, majema, Kabelquäler und ich), der gewillt war, den Schuppen bis zur letzten Sekunde (5 Uhr) zum Glühen zu bringen. Es wurde etwas leerer und wir trauten uns dann sogar noch ein paar Liedchen zu singen (Kabelquäler und meine Wenigkeit. *gg*). Ich habe u. a. Backstreet Boys gesungen! Hätte ich glaube ich in keinem anderen Laden gemacht.
Kabelquäler hat sich noch an „Chasing Cars” herangetraut, was er wirklich sehr schön gesungen hat.

Nebenher schaffte ich es beinahe erfolgreich, ein Pärchen zu entzweien. Die beiden sind zwar noch gemeinsam nach Hause gegangen, aber… Was so ein „reservierter Hocker doch für Folgen haben kann. ;)

Tja und dann kam’s so gegen 3 Uhr: „Nee, hier kann jetzt nichts mehr gesungen werden und wir wollen auch gleich schließen… Ist ja nicht mehr viel los!” Die beiden Engländer, die außer uns auch noch singen wollten, zeigten sich sichtlich enttäuscht, als die Schanköse (mir fällt kein vernünftiges Wort anstelle von „Wirtin” ein) ihnen dies mitteilte. Ich weiß jetzt auch, warum die Happy Hour von 03 bis 04 Uhr haben: Weil das Personal dann froh ist nach Hause zu kommen.

03 Uhr – Münster irgendwo:

Also blieb uns nichts anderes übrig, als das nächstgelegene McDoof aufzusuchen. Ich werde darauf verzichten, die folgenden Stunden auch noch detailliert zu beschreiben, aber diese glichen einer Irrfahrt bei der selbst der gute Odysseus klein beigegeben hätte.

Ich werfe nur mal ein paar Stichworte in den Raum:

  • Corny vs. Müsliriegel
  • Cola mit Spucke, aber gut gekühlt
  • Karthographiestudium
  • “Komm, lass ma’ Foto vor dem Dom machen!”
  • Principal-Market
  • der Mond ist eckig und hat Leuchtreklame drauf
  • „Hier sind wir doch schon gewesen. Und von da sind wir gekommen.” „Nee, das war doch parallel dazu.”
  • Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht.
  • Kabelquäler ist anstrengend und majema fährt gern geradeaus
  • Da leuchtet ‘ne rote Lampe…
  • Mc Doof liegt an der Autobahn, aber wir fahren zum Zoo
  • Wer Portemonnaies zum Fundbüro bringt, hat verschissen

Diese Liste darf sehr gerne noch ergänzt werden. Da fehlt noch so einiges. *gg*

Dabei sein ist alles, sag ich nur! Es war echt lustig mit euch Spreikymaus, Majema und Kabelquäler und ich bin euch wirklich von ganzem Herzen dankbar dafür, dass ihr es so lange mit mir ausgehalten und mich nicht alleine versauern lassen habt! Dankeschön! :D

In diesem Sinne, wünsche ich allen Lesern ein schönes Restwochenende.

Euer Jens

4 Reaktionen zu “Erlebnisbericht vom TalentRun-Stammtisch „Münster“ am 11.10.2008”

  1. Spreiky

    hehehe das hast du wirklich sehr gut zusammen gefasst obwohl ich ja nun gewillt bin auch meine sicht der Dinge kund zu tun^^
    vor Allem was meine “Anreise” anbelangt ;)
    tut mir immernoch sehr leid dassu da alleine gehockt hast in dem schuppen^^

  2. Chef-Redakteur

    Du weißt doch, dass dir das nicht leid tun muss.
    Passte doch vollkommen ins Gesamtkonzept des Abends. ^^

  3. Planlos

    Na Spreiky… da simma aba jespannt!!!! Halt dich nicht zurück und lass nix aus! *lach* …
    Und Herr Redakteur… schick uns bitte mal ein paar schöne Bilder :-) MSN Adresse ist bei TR hinterlegt :-)

    Den Bericht zulesen ging sehr in die Lachmuskeln.. sehr geil!

    So… einen schönen Abend noch wünschen Dir Claudia und Daniel..

    P.S.: Der “Parkplatz” am Bahnhof war übrigens ein Parkplatz! Zwar nur am Wochenende, aber immerhin :-)

  4. Spreiky

    Hach immer wieder ein Genuss das zu lesen :D

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